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: Behandlung von somatoformen Störungen

Vorgehen bei der Behandlung von somatoformen Störungen


Grundlegende Prinzipien



  • Der Patient soll feststellen, was sein Problem ist und nicht was nicht
  • anerkennen, dass die Symptome wirklich existieren und dass es ein Behandlungsziel ist, eine Erklärung dafür zu finden
  • Krankheitsmodell erarbeiten
  • klare Absprachen über Zeitrahmen bei Verhaltensexperimenten

Zunächst steht im Vordergrund, eine Bereitschaft zu erarbeiten, dass der Patient die Behandlung überhaupt akzeptiert.

Zunächst sollten Medikamente, die ursprünglich dem Problem Abhilfe schaffen sollten, abgesetzt werden. Studien zeigen, dass in 40 % der Schmerzpatienten die Schmerzen zurückgehen, wenn die Medikationen eingestellt werden. Der Hintergrund dafür besteht in Tatsache, dass allein durch die verschriebene Medikation für eine nicht vorhandene Störung und deren Einnahme die Aufmerksamkeit auf die erwartete Krankheit gelenkt wird.

In der Behandlung z.B. der Gesundheitsangst (Hypochondrie)werden zunächst die negativen Gedanken identifiziert und dann Belege für sie gesucht.

Weiterhin werden Verhaltensexperimente entworfen, um die Überzeugung des Patienten zu überprüfen, dass das Verhalten Sicherheit vor ernstlicher Bedrohung darstellt und zu sehen, ob das gelernte Verhalten, dass die Symptome positiv beeinflussen soll, dies auch wirklich leistet.

Die Auflösung ist ähnlich wie bei den Zwangsstörungen beschrieben, eine Herausforderung. So werden unter Umständen mehrere Ärzte gleichzeitig aufgesucht i.S. von "doctor shopping" oder Freund und Familienangehörige wiederholt befragt, auch wenn es zunächst gar nicht zu offensichtlich in Zusammenhang zu den Gesundheitssorgen zu stehen scheint.

In weitere Umbewertungen werden alternative Erklärungen der Symptome getestet, die der Patient als Anzeichen körperlicher Erkrankung fehlinterpretiert. Zunächst soll der Patient seine krankheitsbezogene Überzeugung auf den Wahrheitsgehalt hin auf einer Analogskala von 0-100 einschätzen. Dann werden die Belege, die der Patient für die Richtigkeit seiner Überzeugung heranzieht gesammelt und aufgeschrieben, auch damit inkonsistente Beleg werden notiert. In einem Prozess des empathischen Nachfragens können dann alternative Erklärungsmöglichkeiten entwickelt werden. Im Anschluss an die jeweilige Therapiestunde schätz der Patient seine negative Überzeugung erneut auf der Analogskala ein. Bis zur kommenden Stunden soll der Patient in Form von Hausaufgaben das Thema weiter untersuchen.

Da der Patient im hypochondrischen Sinne versucht verschiedenste Äußerungen in Zusammenhang mit seinen Symptomen zu bringen ist es hilfreich, am Ende der Stunden , ihn noch einmal die wichtigsten Punkte zusammenfassen zu lassen, er gelernt hätte.





Weisheiten