Dysfunktionale emotionale Schemata  © 2007 www.drkupper.de    Es entsteht…    „…die jedem Menschen eigene, individuelle  psychisch‐emotionale Struktur im Laufe seines Lebens  ab der Geburt.“  © 2007 www.drkupper.de  Definition nach Gottschaldt  Übersicht  1. Definition    Der Umgang und die Verarbeitung von  Belastungsfaktoren z. B. als Kränkung ist abhängig von  dieser Struktur bzw. diesem Schema  © 2007 www.drkupper.de  Bedeutung nach Gottschaldt  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  © 2007 www.drkupper.de  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  © 2007 www.drkupper.de  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel    Individuelles Schutz‐ und Vermeidungsverhalten, das in  der Ursprungsfamilie des Patienten zum emotionalen  Überleben und Überwinden eines Schicksalsschlages  oder einer schlimmen und belastenden Situation  notwendig war   © 2007 www.drkupper.de  Dysfunktionale Schemata nach Fürstenau  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau    Kritik an der „eigentlichen Psychoanalyse“, die der Faszination  einer "Versenkung in das ja zeitlose Unbewusste" erlegen ist,  um den Preis, dass "aus der psychoanalytischen Kur leicht eine  unendliche Beziehung ‐ eine Lebensform" wird     Psychodynamische Psychotherapie als eigenständiges  Verfahren, das in erster Linie eine "konkrete  handlungsorientierte Problembewältigungshilfe im  Zusammenhang mit Ressourcenidentifizierung und  Ressourcenmobilisierung sein muss ‐ für psychoanalytische  Therapeuten eine ungewohnte Anforderung engagierter  Aktivität"  © 2007 www.drkupper.de  Interventionskonzept nach Fürstenau  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau    Psychoanalytisch verstehen    Systemisch denken    Suggestiv intervenieren  © 2007 www.drkupper.de  Interventionsprinzip nach Fürstenau  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  1.   Anteilnehmendes Akzeptieren der Klagen, Anklagen und  Beschwerden einschließlich der Einstellung gegenüber dem  Untersucher. Gelegenheit zur Affektabfuhr geben. Komplimente.  2.  Gegenwärtige Lebenssituation (Kontext) eruieren und klären, vor  welcher normalen Aufgabe das Klientensystem infolge der  Symptomatik zurückschreckt.  © 2007 www.drkupper.de  Interventionsschritte nach Fürstenau  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  3.  Muster der lösungsbehindernden Beziehungs‐Eigenheit  (Übertragung) herausarbeiten und gegenüber dem Klienten positiv  konnotieren. Bestätigung als seinerzeit gut begründet, damals  bestmögliche Lösung… (Reframing). Für sich selbst klären, zu  welchem Entwicklungsniveau das Klientensystem mit der  betreffenden Einstellung (Übertragung) regrediert.  4.  Vorgeschichte, soweit zum Verständnis des Übertragungsmusters  nötig, eruieren. Problemklärung, wenn möglich.  © 2007 www.drkupper.de  Interventionsschritte nach Fürstenau  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  Der Patient ist depressiv, sich zurückziehend, kränkungsempfindlich:    Aufgrund der Enttäuschung damals von ihren Eltern, z .B. von Mutter nicht  wahrgenommen worden zu sein (falls ihnen etwas nicht passte), sich  zurückzuziehen, heute aber ist das nicht mehr unbedingt so…    Eigentlich haben sie sich gewissermaßen dadurch geschützt vor weiteren  Enttäuschungen und das war damals klug und gut    Sie haben ihre „eigene Haut gerettet“    das ist schon positiv, aber sie bringen sich um eine weitere positive  Erfahrung (vielleicht wollen sie noch mehr positive Erfahrung schaffen)    Varianten:    Ihnen hilft der Rückzug, denn er war  d a m a l s  sehr viel besser als in direkte  Auseinandersetzung zu kommen oder sich unbeliebt zu machen    Es war  d a m a l s  klug, die Gefahr von Kränkung möglichst zu vermeiden    Sich zurückzuziehen und selber die bedrückte Stimmung auszuhalten, war             d a m a l s  besser, als andere mit ihrer Kritik zu überfallen (d.h. massive  Auseinandersetzungen vermeiden, um die anderen zu schonen)  © 2007 www.drkupper.de  Positive Konnotation von Übertragungseinstellungen  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  Überfürsorgliche, opferbereite, moralisch übernormierte engagierte Haltung, stets  helfend:    Es war  d a m a l s  günstig, anderen zu zeigen, dass Sie für sie da sind    Überfürsorglich zu sein und viel zu helfen war  d a m a l s  besser als mal  „Nein“ zu sagen (und das Risiko einzugehen, abgelehnt zu werden) und  mal an sich zu denken und egoistisch zu sein (selbstbezogen zu sein)    Sie haben diese sehr fürsorgliche Haltung entwickelt, um sicher zu gehen, nicht  durch Eigenschutz anderen zu schaden    Um sicher zu gehen, dass andere einen mögen und zu Ihnen halten    Aus Besorgnis heraus leichtfertig anderen etwas zuzumuten, nur weil man selbst  es leichter haben will oder nach den eigenen Vorstellungen leben will  © 2007 www.drkupper.de  Positive Konnotation von Übertragungseinstellungen  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  Zwanghaft‐kontrollierende Menschen, pedantisch, korrekt, Dinge ganz genau  nehmend:    Es war  d a m a l s  gut, so ganz genau und sehr korrekt alle Aufgaben zu erfüllen,  so konnte auch kein Fehler entstehen (weil sie alles richtig gemacht haben), der  anderen oder Ihnen hätte schaden können oder sie in ungünstigem Licht  vielleicht hätte stehen lassen     In dem Chaos, in dem Sie lebten, ist Ihnen Ihre Fähigkeit eine Hilfe gewesen,  Strukturen zu schaffen, es war nicht einfach für Sie die Selbstbeherrschung zu  behalten, um keinen Ansatzpunkt zu liefern (wegen einer Spontaneität,  ausgesprochen „wild‐sein“, unkontrolliert Gefühle zeigen usw.)    Sie sind vor Überraschungen geschützt, haben sich das Leben erleichtert, um  nicht „Chaos“ entstehen zu lassen    Das strukturierte Leben ist besser als einfach nur Lebensfreude zu haben  (Müßiggang)   Diszipliniert   Sich nicht ablenken zu lassen   Nicht blindlings irgendwelchen Ideen, Impulsen, Affekten zu folgen   Einen ‘graden Weg gehen, konsequent verfolgen   Nicht experimentieren mit der Gefahr, dass Verschlechterung entsteht   © 2007 www.drkupper.de  Positive Konnotation von Übertragungseinstellungen  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  Unaffektive, langweilige Menschen, umständlich in „man“‐ Formulierungen redend, wichtig ist das Prinzipielle zu erkennen,  etwas gleichgültig, affektlahm, sich nicht einlassend:    Es ist Ihnen schon früh gelungen, die Fähigkeit zu erwerben, nicht  viel von sich preiszugeben und haben erfahren damit eher auf der  sicheren Seite zu sein    Es ist Ihnen gut gelungen, sich nicht in die Karten schauen zu lassen  bzw. Sie haben schon frühzeitig gemerkt, wie wichtig es ist, sich …    Sie gehen die Dinge nicht übereilt an, durch Ihre ruhige und sichere  Art strahlen sie Verlässlichkeit aus    Es war damals für Sie von Vorteil, sich so schnell auf einen  Menschen einzulassen  © 2007 www.drkupper.de  Positive Konnotation von Übertragungseinstellungen  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  Misstrauisch, gereizte, aggressive, rechthaberische, rivalisierende  Haltung, auf Selbstbehauptung bedacht, etwas Kritisches habend:    Es war sehr günstig, dass sie damals so vorsichtig an andere  Menschen herangingen, nicht zu blauäugig    Sie haben gezeigt, wer sie sind und dass es sie gibt    Sie wussten, was sie wollten    Es war klug von Ihnen so genaue Vorstellungen entwickelt zu  haben, weil sie damit sicher gehen können, auch etwas zu  bekommen    Sie haben gute Gründe dafür sich so zu zeigen    Ihnen macht so schnell niemand etwas vor    Sie sind jemand Selbstständiges, der zarte und weiche Seiten hat    Es war damals offenbar sehr wichtig für Sie, diese Haltung zu  entwickeln  © 2007 www.drkupper.de  Positive Konnotation von Übertragungseinstellungen  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  Unverbindliche, sprunghafte, eitle, arrogante, wurstige, unzuverlässige  Haltung:    Es ist sehr klug von Ihnen, dass Sie sich nicht gleich festlegen  lassen, Sie gehen sicher ihren eigenen Weg. D a m a l s  war das  vielleicht wichtig, als Ihnen nicht so viel erlaubt wurde. Sie können  sehr gut eigene Wünsche bei anderen anmelden und ihre  Bedürfnisse zum Ausdruck bringen.    Es ist bemerkenswert, wie Sie andere Menschen mit neuem  Verhalten überraschen.    Wie ein Schmetterling, unliebsam, ja Freiheit, Ungezwungenheit  ohne unliebsame Verantwortung.    Sie lassen sich nicht in Fesseln legen, Sie haben ein großes  Freiheitsbedürfnis.    © 2007 www.drkupper.de  Positive Konnotation von Übertragungseinstellungen  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5.  Konkretes Ziel der Therapie unter Bezugnahme auf das aktuelle  Lebensziel mit Klienten aushandeln. Das Ziel muss im eigenen  Kompetenzbereich des/der Klienten liegen, möglichst situations‐ spezifisch sein, möglichst sinnlich konkret ausphantasiert werden, und  es muss ein Kriterium für die Erreichung des Therapieziels gefunden  werden, das handlungsnah und interaktionell beobachtbar ist   6.  Bereiche suchen lassen, wo bisheriges Verhalten nach wie vor sinnvoll  ist, also beibehalten werden sollte  © 2007 www.drkupper.de  Interventionsschritte nach Fürstenau  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  7.  Prüfen lassen, ob gewünschte Verhaltensweise und Einstellung mit  Werten, Beziehungen, Loyalitäten des Klientensystems vereinbar ist;  sonst erst Ziel oder Wertorientierung modifizieren.   8.  Bei traumafixierten Klienten: Stabilisierung des Ich (Mobilisierung von  Selbstschutzkompetenz) als Voraussetzung für Trauma‐Konfrontation  © 2007 www.drkupper.de  Interventionsschritte nach Fürstenau  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  9.  Bei traumafixierten Klienten: Schrittweise sinnlich konkrete  Trauma‐Konfrontation. Sonst: Frage‐Spiel mit Unterschieden,  Verschreibung der Eigenheit unter leicht veränderten Umständen.  Dämpfen des Veränderungsimpulses, zeitlichen Rahmen vorgeben.  Rückfallvorhersage.  © 2007 www.drkupper.de  Interventionsschritte nach Fürstenau  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau    die erwachsene Patientin und die Therapeutin kümmern sich als  zwei Erwachsene um ein verlassenes, gequältes Kind (oder ein  „jüngeres Ich“)    Problematisches Verhalten wird immer als Lösungsversuch  verstanden und in diesem Sinn gedeutet, z.B. „damals war es das  beste für Sie, den Mund zu halten, da Sie sich nicht sicher sind, ob  wir vertrauenswürdig sind, sind Sie hier auch erst einmal still und  halten sich mit Ihrer Meinung zurück. Ich bitte jetzt aber Sie, die  erwachsene Person, zu prüfen, ob das für unsere Zusammenarbeit  nützlich ist. Vielleicht ist es so, dass die Erwachsene erst einmal das  Kind beruhigen müsste, dass es hier in Sicherheit ist. Ist es Ihnen  möglich, dass wir zusammen nach einem Weg schauen, dass Sie so  offen wie Sie es jetzt als Erwachsene für vertretbar halten, sind und  auch den Sicherheitsbedürfnissen ihres inneren Kindes Rechnung  tragen.“   © 2007 www.drkupper.de  Beispiel   Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  10.  Weitere Ressourcenmobilisierung: Wann ist dem Klientensystem  früher oder jetzt das Verhalten gelungen, das es erreichen möchte,  oder zumindest ein Schritt der Annäherung an dieses Verhalten  (Ausnahmen)? Oder kennt das Klientensystem ein Vorbild für dieses  Verhalten? Jeweils Umstände, Voraussetzungen analysieren. Sonst  selbst die Lösung einführen in Frageform: Was wäre, wenn…?   © 2007 www.drkupper.de  Interventionsschritte nach Fürstenau  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  11.  Weitere Ressourcenmobilisierung:     Oder: Was müssten Sie lernen, um die Barriere zu  überspringen? Dazu Barriere (Hindernis, Angstphantasie hinter der  Einstellung) untersuchen. Gefahrensituation vergegenwärtigen und  genau durchgehen. Wenn Barriere mit Überzeugungen des/der  Klienten zu tun hat, Aufgaben stellen, die eine Überprüfung der  bisherigen Überzeugungen beinhalten. Schrittweise Annäherung  durch Diskussion der Erfahrungen bei der Aufgabenumsetzung.  Herausarbeitung des Musters der erfolgreichen Lösung.  Verstärkung gelungener Lösungen. Neue Aufgaben.  © 2007 www.drkupper.de  Interventionsschritte nach Fürstenau  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  © 2007 www.drkupper.de  Intervention nach Fürstenau  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  T Mitfühlen Anerkennendes Verstehen, ohne inhaltliche Bestätigung Interesse an Symptomatik P © 2007 www.drkupper.de  Intervention nach Fürstenau  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  Symptomatik P T Mitfühlen das Abgewehrte, Nicht- gelebte nennen, positive Konnotation zum Nachdenken anregen Neudruck einer alten Objektbeziehung • Zurückschrecken vor welcher Aufgabe (Entwicklungsschritt) gegenwärtig • Regression zu welcher früheren Bewältigung (Entwicklungsniveau) Symptomatik P © 2007 www.drkupper.de  Intervention nach Fürstenau  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  Symptom- frei T Mitfühlen engt ein, fasziniert, beeindruckt, quält „Ausnahmen“, Rückgriff auf diesen Bereich, statt Muster der Symptomatik wird das Muster der erfolgreichen Leistungen, gelungenen Aufgaben herausgearbeitet „Wenn Du die Therapie kurz machen möchtest, dann gehe langsam  vor.“ (Weakland)  „Was in vier Sitzungen nicht erreicht wird, wird auch in 30 Sitzungen nicht  erreicht.“ (Watzlawick)    Zentrale Philosophie:    „Wenn etwas nicht kaputt ist, mache es nicht ganz.“    „Wenn Du einmal weißt, was hilft, mache mehr davon.“    „Wenn etwas nicht funktioniert, lasse es sein, mache etwas anderes.“    „Wenn Du schnell ankommen willst, dann gehe langsam.“  © 2007 www.drkupper.de  Systemischer Schwerpunkt nach Fürstenau/de Shazer  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau    Einladungsfragen    „Was müsste passieren, damit sie zufriedener sind?“    Zirkulär: „Was meinen Sie, müsste passieren, damit ihre Frau zufrieden ist?  Wäre das für Sie auch interessant?“    Wunderfrage    „…sie gehen zu Bett, schlafen und ein Wunder passiert, ihr Problem ist  weg… Woran würden Sie merken, dass ein Wunder geschehen ist? Wer  würde es noch merken, ihr/e Partner/in? Andere?“    Kristallkugel    „Stellen Sie sich vor, in die Zukunft zu schauen, was sehen Sie?“    „Wenn wir die Zeit jetzt zwei Jahre vordrehen, wie sieht es dann in ihrem  Leben aus?“    Ausnahmefragen    „Wo trat das Problem nicht auf?“    „Wo ist ein Teil des Wunders geschehen?“  © 2007 www.drkupper.de  Systemischer Schwerpunkt nach Fürstenau/de Shazer  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau    eher mit der emotionalen, interaktionellen Erlebnisform befassen,  denn erlebnisbedingte Störungen haben etwas mit interaktionellen  Störungen zu tun     nicht die Eigenheit der Patienten bekämpfen, sondern sie nutzen    dort anknüpfen, wo die Patienten sind und die Eigenheit der  Patienten für ihre Heilung nutzen anstatt diese zu verändern    das Symptom des Patienten ist immer eine Antwort auf eine  Beziehungssituation    die Lösung ist im System enthalten (d.h.Ressource); den Patienten  so begleiten, dass er die Lösung entwickeln kann, die für das  System passend ist    Entlastung für den Patienten, so dass er veränderungsmotiviert in die  Therapie kommt (d.h. genau die Bedürfnisse des Systems verstehen)    Anstoß, Veränderung des Bisherigen, aber so vorsichtig, dass der Patient im  Prozess bleibt   © 2007 www.drkupper.de  Systemischer Schwerpunkt nach Fürstenau  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  © 2007 www.drkupper.de  Konzept nach Heigl‐Evers & Ott  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers    Prinzip „Antwort“ ergänzt das Prinzip „Deutung“    Aus der Couchlage wurde ein Gegenübersitzen    Die Einstellungen von Abstinenz, Neutralität und Anonymität  wurden relativiert    Basierend auf:    Winnicott (1960): „holding“    Bion (1959): „containing“     …entwickelt sich die Grundhaltung: Präsenz, Respekt, Akzeptanz  © 2007 www.drkupper.de  Methode nach Heigl‐Evers & Ott  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  Psychoanalyse:    das manifeste Verhalten des Patienten wird als Ausdruck einer  unbewussten Erfahrungskonstellation gesehen    der Patient sieht den Therapeuten im indirekten Licht der  Übertragung    die Übertragungsphantasie des Patienten mitsamt den Affekten,  Wünschen und Impulsen wecken auch im Therapeuten Phantasien,  die den Patienten in einem besonderen Licht erscheinen lassen    die aus dem Verhalten des Patienten erschlossene Übertragung und  die durch sie im Therapeuten ausgelöste und von ihm  wahrgenommene Gegenübertragung sind bedeutsam    die in der Gegenübertragungsreaktion enthaltenen Gefühle und  Affekte des Therapeuten sind für den diagnostischen und  therapeutischen Prozess wesentlich  © 2007 www.drkupper.de  Grundhaltungen nach Heigl‐Evers & Ott  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers    Präsenz:    Wache Aufmerksamkeit gegenüber allen verbalen und nonverbalen  Äußerungen des Patienten    Gewisse Neugier‐Motivation und Interesse gegenüber dem Kranken     Respekt:    Patienten in seinem Gewordensein, in seiner wie auch immer gearteten  Person, in seinen Weltbewältigungs‐ und Lebensmeisterungsversuchen  einschließlich der enthaltenen Psychopatholgie verstehen    Die als krank zu verstehenden Anteile als ein Element eines immerhin  gelungenen Überlebensversuchs anzuerkennen    Akzeptanz:    Einstellung von affektiver Bejahung, Bestätigung, von Mitgefühl, von der  Bereitschaft zum Mit‐leiden, von Erbarmen, vor allem, wenn keine  Sympathie oder Zuneigung vorhanden ist  © 2007 www.drkupper.de  Interventionen nach Heigl‐Evers & Ott  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers    authentische Antwort    passagere Übernahme einer Hilfs‐Ich‐ beziehungsweise  Über‐Ich‐ Funktion    ein von Therapiezielen geleitetes Umgehen mit den Affekten des  Patienten und den eigenen  © 2007 www.drkupper.de  Interventionen nach Heigl‐Evers & Ott  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  authentisches Antworten:    Wenn Du Dich so und so verhältst, dann erlebe ich Dich so und so,  und dann fühle ich das und das dir gegenüber    Das konfrontative Element ist hier stärker als bei Ausüben einer  Hilfs‐Ich‐Funktion    Das dritte Objekt zeichnet sich hier stärker ab    Es gibt etwas Unerwartetes, etwas Drittes in dieser therapeutischen  Situation  © 2007 www.drkupper.de  Interventionen nach Heigl‐Evers & Ott  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  Übernahme einer Hilfs‐Ich‐Funktion:    Therapeut vermittelt, wie er selbst sich in der vom Patienten  berichteten Situation verhielte    Alterität: Ich, der Therapeut, würde einer solchen Situation so und  so – das heißt, anders als Du –handeln    Identifikationsangebot: wie wäre es, wenn du es auch einmal so  oder ähnlich versuchen würdest?    Hilfsangebot: Du könntest mit solchen Situationen anders, mehr  zugunsten deiner Interessen, Bedürfnisse und Gefühle umgehen  © 2007 www.drkupper.de  Interventionen nach Heigl‐Evers & Ott  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  Umgang mit den Affekten:    Sich vom Patienten affizieren lassen und ihm dies auch zu  vermitteln    Du bist jemand, der mich gefühlsmäßig erreichen und bewegen  kann; umgekehrt bin ich jemand, der dich vielleicht affiziert, der bei  dir Gefühle in Bewegung setzt    Ziel: gehemmte und unterdrückte Affekte wieder zugänglich zu  machen    Besonders bei: Bitterkeit, Groll, Hader … Ressentiment, Rache    Diese Affekte  führen zu inneren und interpersonellen  Unverträglichkeiten, die nicht über Konfliktspannungen zu  Kompromissbildungen und damit zur Versöhnung gebracht werden    Über antwortende Interventionen die Affekte erleben, verstehen  und über ein allmähliches Zulassen von Trauer die bei sich und in  den eigenen Beziehungen bestehenden Unzulänglichkeiten zu  mildern, erträglich werden zu lassen und sich zu versöhnen  © 2007 www.drkupper.de  Interventionsschritte nach Heigl‐Evers & Ott  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  Fünf Fragen für die Entwicklung antwortender Interventionen:    Mit welchen Affekten, Assoziationen, Phantasien, Impulsen sowie  körperlichen Empfindungen antworte ich auf den Patienten?    Auf welche Art von (Teil‐)Objekt‐Beziehungen, die der Patient in  Bezug auf mich intendiert, lässt sich aus meinen Affekten  schließen? Welches (Teil‐)Objekt erlebt der Patient in mir, und mit  welchem Affekt ist dieses Erleben bei ihm verbunden?    Wie, das heißt unter Einsatz welcher Abwehrvorgänge (primitive  Abwehrmechanismen, defizitäre Ich‐Funktionen), modelliert der  Patient (unbewusst) sein Ich, damit es diese Art von  Objektbeziehung stützt und stabilisiert?  © 2007 www.drkupper.de  Interventionsschritte nach Heigl‐Evers & Ott  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  Fünf Fragen für die Entwicklung antwortender Interventionen:    Wie kann ich – authentisch, wenngleich in der Expression selektiv –  auf diese vom Patienten konstellierte Beziehung reagieren,  antworten? Welche meiner auf das Verhalten des Patienten  antwortenden Affekte könnten, falls ich sie mitteile, therapeutisch  nützlich sein?    Wie sind die Grenzen der Toleranz des Patienten für Enttäuschung,  Kränkung, für Nähe und Distanz, zum einen in der aktuellen  Situation, zum anderen in Antizipation der Wirkung der geplanten  Antwort?  © 2007 www.drkupper.de  Beispiel  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers    Erstes diagnostisch‐prognostisches Gespräch mit Patienten der  klagt: depressive Beschwerden, Kräfte schwänden dahin, könne  nicht mehr denken, müsse grübeln, sei unkonzentriert, fahrig, fühle  sich blockiert, das Leben erscheine öde, alle Anstrengung sinnlos…    Patient gibt Bericht, der dem Therapeuten lang und langatmig  erscheint und anzuhören ihm zu viel wird    Er reagiert mit Langeweile und etwas Ärger    Er möchte, dass der Patient auwört zu sprechen und entwickelt  Impulse, ihn von sich zu weisen:    Hör auf, das alles ist zu viel! sagt es in ihm    Du, Objekt, geh‘ weg von mir oder geh‘ raus aus mir!    Nach einer Reihe von Fragen an den Patienten entwickelt der  Patient eine Art von Anhänglichkeit, ist für dessen Überlegungen  und Empfehlungen uneingeschränkt offen und zeigt vorbehaltloses  Vertrauen  © 2007 www.drkupper.de  Beispiel: Therapeutische Schlussfolgerungen  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers    Therapeut ermittelt seine auf den Patienten antwortenden Gefühle,  Assoziationen, Phantasien, die durch Langeweile, ärgerliche  Zurückweisung, etwas später durch Überraschung und dann durch  etwas Misstrauen charakterisiert sind    Langeweile und Ärger, wegen der langatmigen und breiten  Darstellung des Patienten    Überraschung, wenn sich der Patient in Reaktion auf interessierte  Zuwendung schnell erholt    Misstrauen und Zurückhaltung, weil der Patient schon nach kurzer  Bekanntschaft Anhänglichkeit und vorbehaltloses Vertrauen  entwickelt    Aus den Fragen und Interaktionen des Gesprächs schließt der  Therapeut auf eine dominierende Teil‐Objekt‐Beziehung,  ausgerichtet auf ein idealisiertes Objekt, das der Patient seinem  Selbst einverwandeln möchte, mit dem er in voller Harmonie  verbunden sein und sich fusionieren möchte  © 2007 www.drkupper.de  Beispiel: Therapeutische Schlussfolgerungen  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers    Der Patient löst in dem Therapeuten den Wunsch aus, die Distanz  zwischen sich und dem Gesprächspartner zu vergrößern    Die Tendenz des Patienten, den Therapeuten zu idealisieren und  sich dem idealisierten Objekt vertrauensselig zu überlassen fördert  dies    Mögliche authentische Antwort: Ich habe mir gedacht, ob sie  wirklich so schnell, nach so kurzer Bekanntschaft ein doch ziemlich  großes Vertrauen zu mir fassen können; und ich frage mich, ob Sie  das auch sonst schon erlebt haben. Ich selbst spüre in solchen  Situationen im allgemeinen immer auch ein Bedürfnis nach  gewisser Zurückhaltung; ich bin da vielleicht etwas vorsichtiger als  Sie    Aber: Toleranzgrenzen des Patienten in Bezug auf eine  Entidealisierung des verklärten Objekts gilt es zu beachten, um ihn  nicht aus allen Wolken zu stürzen, weil wichtig für die Compliance  © 2007 www.drkupper.de  Frühe maladaptive emotionale Schemata nach Young   Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young    Schädigende emotionale und kognitive Muster, die früh in unserer  Entwicklungszeit entstehen und unser ganzes Leben lang erhalten  bleiben    In Reaktion auf ein bestehendes Schema entwickeln sich  dysfunktionale Verhaltensweisen     Es wiederholt sich im gesamten Leben    Patienten fühlen sich zu Situationen hingezogen, welche die für sie  charakteristischen Lebensfallen reaktivieren, so wie Motten durch  die Zauberkraft einer Flamme  © 2007 www.drkupper.de  Frühe maladaptive emotionale Schemata nach Young   Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young    schädigen unser Selbstgefühl, unsere Gesundheit, unsere  Beziehungen zu anderen, unsere berufliche Arbeit, unser Glück,  unsere Stimmungen    sie kämpfen hartnäckig um ihren Fortbestand    Wir empfinden einen starken Drang sie zu erhalten, obwohl sie  Schmerzen verursachen    Sie sind eben in der Kindheit entstanden und waren in dieser Zeit  angemessene Anpassungen an die Situation in unserer Familie    So adäquat diese Muster in unserer Kindheit waren, so  problematisch ist es, dass wir sie jetzt noch aufrechterhalten und  reinszenieren, obwohl es nicht mehr erforderlich ist  © 2007 www.drkupper.de  Frühe maladaptive emotionale Schemata nach Young   Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young  Wunde Punkte bzw. Lebensfallen oder hinderliche Schemata    haben sich aufgrund von schmerzlichen Erfahrungen in unserer  Entwicklung entwickelt, vor denen wir uns, so gut es eben ging, zu  schützen versuchten    dieser Schutz und damit die wunden Punkte selbst waren zum  leben notwendig    Zur Lebensfalle wurden sie, weil sich die Umgebung veränderte,  das Kind erwachsen wurde und sich dennoch als unvollkommen und  bedroht wie als Kind fühlt  © 2007 www.drkupper.de  Frühe maladaptive emotionale Schemata nach Young   Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young  Die wunden Punkte bzw. Lebensfallen oder hinderlichen Schemata    haben uns gelehrt, was man tun kann, um relativ unbeschadet zu  leben    relativ unbeschadet kann bedeuten:    dass wir Unglück erdulden,    dass wir Gelegenheiten zur Erfüllung von wichtigen persönlichen  Bedürfnissen vermeiden und damit unser Leben einschränken und    dass wir uns angestrengt bemühen, in einer vermeintlichen Schwäche nicht  erkannt zu werden  © 2007 www.drkupper.de  Schematherapie nach Young   Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young  Beispiele für destruktive Umgebungen    Patient wurde von einem Elternteil missbraucht oder misshandelt, während der  andere sich passiv verhielt    Die Eltern waren emotional distanziert und erwarteten vom Patienten, dass er im  Leben Großes vollbringen sollte    Die Eltern haben sich ständig gestritten, und der Patient stand zwischen ihnen    Weil ein Elternteil krank oder depressiv und der andere nicht anwesend war,  musste der Patient eratzweise Elternfunktionen übernehmen    Der Patient befand sich einem Elternteil gegenüber im Zustand emotionaler  Verstrickung; es wurde erwartet, ansatzweise die Rolle eines Ehepartners zu  spielen    Ein Elternteil war phobisch und in übertriebenem Maße um die Sicherheit  bemüht; er fürchtete sich, allein zu sein, und klammerte sich an Sie    Die Eltern haben den Patienten als Kind ständig kritisiert; nichts war ihnen jemals  gut genug    Die Eltern haben den Patienten zu nachsichtig behandelt und ihnen keine  Grenzen gesetzt    Der Patient wurde von gleichaltrigen Spielgefährten oder Schulkameraden  abgelehnt, oder fühlte sich unter ihnen „anders“  © 2007 www.drkupper.de  Schematherapie nach Young   Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young  Was braucht ein Kind, um gut zu gedeihen?  1.  Grundsicherheit (Lebensfallen Verlassenheit sowie Misstrauen und  Missbrauch)  2.  Verbundenheit mit anderen (Lebensfallen Emotionale Entbehrung  und soziale Isolation)  3.  Autonomie (Lebensfallen Abhängigkeit und Verletzbarkeit)  4.  Selbstachtung (Lebensfallen Unzulänglichkeit und Versagen)  5.  Selbstausdruck (Lebensfallen Unterwerfung und Überhöhte  Standards)  6.  Realistische Grenzen (Lebensfalle Anspruchshaltung)    Die Kindheit sollte „gut genug“ (Winnicott) verlaufen, damit  es uns als Erwachsenen relativ gut geht.  © 2007 www.drkupper.de  Schematherapie nach Young   Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young  1. Grundsicherheit (Verlassenheit sowie Misstrauen und Missbrauch)    Wichtigste Lebensfallen, sie entstehen sehr früh    Für ein kleines Kind ist es unverzichtbar, dass es sich sicher fühlen  kann; das entscheidet über Leben und Tod    Menschen, die in ihrer Kindheit missbraucht, misshandelt oder im  Stich gelassen worden sind, sind am stärksten geschädigt    Sie fühlen sich nirgendwo sicher, sie haben das Gefühl, dass jeden  Moment etwas Schreckliches passieren kann    Ohne das Gefühl der Sicherheit können wir uns anderen  Entwicklungsaufgaben nicht zuwenden, da ein großer Teil der  Energie für Sorgen bezüglich unserer Sicherheit aufgewendet wird    Die Reinszenierung in der Kindheit erlebter Unsicherheit führt  häufig zu rasch wechselnden Beziehungen bzw. dem generellen  Meiden von Beziehungen  © 2007 www.drkupper.de  Schematherapie nach Young   Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young  2. Verbundenheit mit anderen (Emotionale Entbehrung und Soziale  Isolation)    Wir brauchen Liebe, Aufmerksamkeit, Empathie, Respekt  Zuneigung, Verständnis und Anleitung     Z.B. emotionales Vakuum in der Familie; Vater wenig Kontakt,  Mutter war kalt und distanziert; zu den Eltern kein Austausch von  Gefühlen und von körperlicher Zuneigung    Bei dieser Schwierigkeit, sich mit anderen Menschen verbunden zu  fühlen, leiden die Patienten unter Einsamkeit    Der Patient hat das Gefühl, dass niemand ihn wirklich kennt und  dass keinem etwas an ihm liegt (Emotionale Entbehrung)    Oder fühlt sich von der Welt isoliert und überall fehl am Platz  (Soziale Isolation)   © 2007 www.drkupper.de  Schematherapie nach Young   Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young  3. Autonomie (Abhängigkeit und Verletzbarkeit)    Von den Eltern trennen und unabhängig zu leben, ein eigenes  Leben zu führen, eine Identität aufzubauen und eigenständige Ziele  und Orientierungen zu entwickeln, ein Selbst zu haben    Z.B. nicht beigebracht, für sich selbst zu sorgen, sondern alles  wurde getan und die Bemühungen, Dinge selbst in die Hand zu  nehmen unterminiert    der Patient hat gelernt, dass die Welt gefährlich ist und ist ständig  vor Gefahren und drohenden Krankheiten gewarnt worden    Dem Patienten wurde beigebracht, dass er sich weder auf sein  Urteil noch auf seine Entscheidungen verlassen sollte    Verletzbarkeit: große Angst, sich in die Welt zu wagen     Abhängigkeit: unentwickeltes Selbstgefühl, Identität ist mit der  eines Elternteils oder Ehepartners verschmolzen  © 2007 www.drkupper.de  Schematherapie nach Young   Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young  4. Selbstachtung (Unzulänglichkeit und Versagen)    Ist das Gefühl, dass wir in unserem privaten, gesellschaftlichen und  beruflichen Leben von Wert sind; wenn wir uns als Kinder in unserer  Familie ,von Freunden und in der Schule geliebt und respektiert  fühlen    Z.B. ständig kritisiert von Eltern oder Schwester, an nichts von dem,  was der Patient tat, wurde ein gutes Haar gelassen; Gefühl, nicht  liebenswert zu sein oder Gleichaltrige haben den Patienten  abgelehnt und erfühlte sich nicht erwünscht     Versagen: Gefühl der Unzulänglichkeit im Hinblick auf Leistung und  beruflichen Erfolg, das Gefühl, weniger erfolgreich, talentiert oder  intelligent als andere Menschen gleichen Alters    Unzulänglichkeit: Gefühl, von grundsätzlichen nicht behebbaren  Mängeln gezeichnet; andere Menschen werden ihn um so weniger  mögen, je mehr sie ihn kennenlernen    Das Leben ist von Scham geprägt  © 2007 www.drkupper.de  Schematherapie nach Young   Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young  5. Selbstausdruck (Unterwerfung und überhöhte Standards)    Ist die Freiheit, sich auszudrücken, die eigenen Bedürfnisse, Gefühle  (einschließlich Ärger/Wut) und natürliche Neigungen;  eigene  Bedürfnisse sind so wichtig, wie die von anderen; wir fühlen uns  fähig, Aktivitäten nachzugehen, die uns glücklich machen    Z.B. der Patient wurde bestraft, wenn er seine Bedürfnisse,  Präferenzen oder Gefühle ausdrückte; oder es wurden wegen dieser  Tendenzen Schuldgefühle vermittelt; es wurde ein Gefühl der  Machtlosigkeit vermittelt; wurde beschämt, wenn er sich  spielerisch und ungehemmt verhielt; die Eltern waren erst  zufrieden, sobald die Leistungen perfekt waren    Unterwerfung: Patient muss tun, was andere von ihm erwarten    Überhöhte Standards: einem unerreichbar hohen Standard gemäß    Unterdrückte Wut, chronischer Groll, der gelegentlich ganz  unerwartet zum Ausdruck gelangt  © 2007 www.drkupper.de  Schematherapie nach Young   Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young  6. Realistische Grenzen (Anspruchshaltung/Grandiosität)    Kümmert sich so stark um eigene Bedürfnisse, dass es der  Geringschätzung anderer Menschen gleichkommt; andere sehen  Patienten als egoistisch, anspruchsvoll, kontrollbesessen,  egozentrisch und narzisstisch; lernt, ist jemand besonderes und  dazu berechtigt, alles so zu machen, wie es ihm passt    Z.B. Eltern waren übertrieben nachgiebig und tolerant, haben dem  Patienten gegeben, was immer er wollte;     wurde für manipulatives Verhalten belohnt, bei jedem Wutanfall, ließ man ihm den  Willen;    nie gelernt, was Gegenseitigkeit bedeutet ;    nie gelernt, auf die Gefühle anderer Menschen Rücksicht zu nehmen;     hat weder Selbstdisziplin noch die Fähigkeit, sich selbst zu kontrollieren gelernt  oder     Eltern waren emotional kalt und abweisend; wurde ständig kritisiert und im Wert  herabgesetzt, später entstand das Gefühl, es besteht Anspruch auf bestimmte  Dinge, um die erlittene Entbehrung und Entwertung auszugleichen    © 2007 www.drkupper.de  Schematherapie nach Young   Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young   Veränderung von Schemata:  1.  Bennennen und Identifizieren der Lebensfallen  2.  Den Ursprung der Lebensfalle in der Kindheit verstehen, das  verletzte Kind im Inneren spüren  3.  Widerlegen der Lebensfalle; Beweisen, dass sie rational nicht  haltbar ist  4.  Brief an den Elternteil, den Bruder, die Schwester oder den  Altersgenossen schreiben, der oder die an der Entstehung der  Lebensfalle maßgeblich beteiligt war  5.  Detaillierte Untersuchung der Lebensfallen‐Muster  6.  Auyrechen der Verhaltensmuster  7.  Sich bemühen, ohne sich entmutigen zu lassen  8.  Den Eltern vergeben  © 2007 www.drkupper.de  Schematherapie nach Young   Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young   Veränderungsprozess    Beziehungen (Emotionale Entbehrung, Misstrauen und Missbrauch,  Verlassenheit, Soziale Isolation) =     emotional instabil/schizoid (Identität vs. Dissonanz)    Autonomie (Abhängigkeit und Verletzbarkeit) =     dependent/histrionisch (Abhängigkeit vs. Autonomie, Versorgung vs.  Autarkie, ödipal‐sexuell)    Selbstachtung und Selbstwertgefühl (Unzulänglichkeit und  Versagen) =     Zwanghaft (Versorgung vs. Autarkie)    Selbstbehauptung und Selbstausdruck (Unterwerfung und  Überhöhte Standards) =     dependent/histrionisch (Abhängigkeit vs. Autonomie, Versorgung vs.  Autarkie, ödipal‐sexuell)    Sorge für andere (Anspruchshaltung/Grandiosität) =     Narzisstisch (Selbstwertkonflikte, Selbst‐ vs. Objektwert)  © 2007 www.drkupper.de  Schematherapie nach Young   Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young  Veränderungsbereich „Beziehungen“ (Emotionale Entbehrung, Misstrauen und  Missbrauch, Verlassenheit, Soziale Isolation)    Pat. soll sich darüber klar werden, wie er zu anderen Menschen in Beziehung  treten möchte; Beziehung als Tauschgeschäft    Emotionale Entbehrung: Bewusstheit über eigene emotionale Bedürfnisse;  Akzeptanz, dass em0tionale Bedürfnisse natürlich und berechtigt;  Menschen aussuchen und diese auf annehmbare Weise um das bitten, was  sie brauchen     Misstrauen/Missbrauch: Sich‐Klarmachen, dass es zwar einige nicht  vertrauenswürdige Menschen gibt, aber viele andere, die ihr Vertrauen  verdienen; von den einen fernhalten sowie für eigene Interessen und Rechte  einsetzen, mit den anderen sich umgeben    Verlassenheit: realistische Vorstellung über die Stabilität von Beziehungen  entwickeln, stabile Objekte internalisieren    Soziale Isolation: sich in weniger starkem Maße anders zu fühlen als die  übrigen Menschen, fernhalten von Gruppen, die ihn nicht willkommen  heißen, statt dessen Kontakt zu Menschen zu suchen, die ihm ähnlicher sind  oder in stärkerem Maße akzeptieren  © 2007 www.drkupper.de  Schematherapie nach Young   Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young   Veränderungsbereich „Autonomie“ (Abhängigkeit und Verletzbarkeit)    Eigene Kompetenz stärken und seine Abhängigkeit von anderen  Menschen verringern    Stärkung des Selbstvertrauens und Entwicklung konkreter  Fertigkeiten     Aufgabe von Vermeidungsverhalten sowie Aufgaben und Vorhaben  allein in Angriff nehmen    Sich nicht mehr in übertriebenem Maße auf andere Menschen  verlassen  © 2007 www.drkupper.de  Schematherapie nach Young   Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young   Veränderungsbereich „Selbstachtung und  Selbstwertgefühl“ (Unzulänglichkeit und Versagen)    Im Rahmen der realen Fähigkeiten und Talente so erfolgreich  werden und sich dementsprechend fühlen, wie andere Menschen in  einer vergleichbaren Situation (ihre Peer‐Group)     Fertigkeiten und Selbstvertrauen entwickeln, um größeren Erfolg  zu erreichen    Den eigenen Erfolg höher einschätzen als bisher oder seine  Wahrnehmung der Peer‐Group (und ihrer Erfolge) verändern     Akzeptanz unveränderbarer Grenzen der eigenen Fähigkeiten und  trotzdem den eigenen Wert sehen und schätzen können   © 2007 www.drkupper.de  Schematherapie nach Young   Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young   Veränderungsbereich „Selbstbehauptung und  Selbstausdruck“ (Unterwerfung und Überhöhte Standards)    Unterwerfung: Klarmachen, dass er ein recht auf seine Bedürfnisse  und Gefühle sowie auf Selbstausdruck hat; die beste Art zu leben  besteht darin, Bedürfnisse und Gefühle im Augenblick ihres  Auftauchens angemessen auszudrücken, statt dies auf später zu  verschieben oder auf ihren Ausdruck völlig zu verzichten; falls  bestimmte Menschen ihnen dies übel nehmen: Beziehungen zu  Menschen, die dies ertragen können, leben und zu denen, die dies  nicht können, die Beziehung  meiden    Überhöhte Standards: eigene überhöhte Bewertungsmaßstäbe  senken und seine Tendenz zu übertriebener Kritik mildern; sich  selbst weniger anspruchsvolle Ziele setzen und zulassen, dass das  Angestrebte nicht so perfekt erreicht wird, wie es ihm lieb wäre   © 2007 www.drkupper.de  Schematherapie nach Young   Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young   Veränderungsbereich „Sorge für andere“ (Anspruchshaltung/  Grandiosität)    Akzeptanz des Prinzips der Reziprozität bei Interaktionen mit  anderen Menschen    Bewusstmachen, dass alle Menschen hinsichtlich ihres  grundlegenden Wertes gleich sind und dass man ihnen deshalb die  gleichen Rechte zugestehen muss    Verstehen:     alle Menschen sind gleich wertvoll, kein Mensch ist von Natur aus  wertvoller als ein anderer und hat deshalb auch kein Recht auf eine  besondere Behandlung    Gesunde Menschen dominieren und unterdrücken andere nicht, sondern  respektieren deren Bedürfnisse und Rechte    Gesunde Menschen tun ihr Bestmögliches, um ihre Impulse unter  Kontrolle zu behalten und andere nicht zu verletzen    Sie orientieren sich meist an vernunftgemäßen sozialen Normen  © 2007 www.drkupper.de  Schematherapie nach Young   Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young   Zentrale „Lebensfallen“    „Bitte, verlaß‘ mich nicht“ (Verlassenheit)    „Ich kann Dir nicht vertrauen“ (Misstrauen/Missbrauch)    „Ich werde nie die Liebe bekommen, die ich brauche“ (Emotionale  Entbehrung)    „Ich passe nicht hinein“ (Soziale Isolation)    „Ich kann es allein nicht schaffen“ (Abhängigkeit)    „Die Katastrophe steht bevor“ (Verletzbarkeit)    „Ich bin wertlos“ (Unzulänglichkeit)    „Ich fühle mich wie ein völliger Versager“ (Versagen)    „Ich mache es immer so, wie du es dir wünschst!“ (Unterwerfung)    „Es ist nie wirklich gut genug“ (Überhöhte Standards)    „Ich kann alles bekommen, was ich will“ (Anspruchshaltung)  © 2007 www.drkupper.de  „Bitte, verlaß‘ mich nicht!“  (Verlassenheit)  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young   Zwei Arten von Verlassenheit  1.  Verlassenheit aufgrund von Abhängigkeit  2.  Verlassenheit aufgrund von Instabilität oder Verlust  Bowlbys drei Phasen der Trennung:  1.  Angst  2.  Verzweiflung  3.  Distanzierung  Folge: „ängstliche Bindung“  © 2007 www.drkupper.de  „Bitte, verlaß‘ mich nicht!“  (Verlassenheit)  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young  Ursprünge  1. Biologische Prädisposition zur Trennungsangst, Alleinsein nur schwer ertragen können  2. Ein Elternteil ist in der Kindheit gestorben oder hat die Ursprungsfamilie verlassen  3. Die Mutter war in der Kindheit längere Zeit in einer Klinik oder aus anderen Gründen länger  von ihr getrennt  4. Patient wurde von Kindermädchen oder in einem Heim von verschiedenen mütterlichen  Bezugspersonen aufgezogen, oder wurde sehr früh in ein Internat geschickt  5. Die Mutter war psychisch labil, litt unter einer Depression, hatte starke Probleme mit dem  Ausdruck von Wut oder entzog sich dem Patienten in dessen Kindheit auf andere Art  und Weise regelmäßig  6. Die Eltern haben sich scheiden lassen, als der Patient noch sehr jung war, oder die Eltern  haben in jener Zeit so oft miteinander gestritten, dass der Patient fürchtete, die Familie  bricht auseinander  7. Der Patient hat auf die Aufmerksamkeit eines Elternteils weitgehend verzichten müssen,  beispielsweise weil ein Bruder oder eine Schwester geboren wurde oder weil ein  Elternteil erneut heiratete  8. Die Beziehungen innerhalb der Familie waren sehr eng, und der Patient ist zu behütet  aufgewachsen; er hat als Kind nie gelernt, mit den Schwierigkeiten, die das Leben mit  sich bringt, allein fertig zu werden  © 2007 www.drkupper.de  „Bitte, verlaß‘ mich nicht!“  (Verlassenheit)  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young  Veränderungsschritte  1. Verstehen Sie das Gefühl, verlassen worden zu sein, das Sie in Ihrer Kindheit entwickelt  haben.  2. Beobachten Sie Ihr  Gefühl, verlassen zu werden; werden Sie sich Ihrer überstarken  Sensibilität dafür bewusst, dass Sie Menschen verlieren, die ihnen sehr nahe stehen;  vergegenwärtigen Sie sich Ihre verzweifelte Angst vor dem Alleinsein; und nehmen Sie  Ihr Bedürfnis wahr, sich an andere Menschen zu klammern  3. Erinnern Sie sich an frühere Beziehungen, und erkennen Sie die darin wiederkehrenden  Muster. Stellen Sie eine Liste von Auslösern für die Aktivierung der Lebensfalle  Verlassenheit bei Ihnen zusammen.  4. Meiden Sie labile oder ambivalente Partner sowie solche, die nicht in der Lage sind, sich in  einer Beziehung zuverlässig zu verhalten, auch wenn Ihre „Chemie“ sie sehr stark zu  den Betreffenden hinzieht.  5. Wenn Sie einen stabilen und zuverlässigen Partner gefunden haben, dann schenken Sie ihm  Vertrauen. Glauben Sie ihm, dass er immer für Sie da sein und Sie nicht verlassen wird.  6. Klammern Sie sich nicht an Ihren Partner, werden Sie nicht eifersüchtig auf ihn, und reagieren  Sie nicht übertrieben stark auf normale Trennungen, zu denen es auch in einer  gesunden Beziehung von Zeit zu Zeit kommt.    © 2007 www.drkupper.de  „Bitte, verlaß‘ mich nicht!“  (Verlassenheit)  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young   Beweise dafür, dass alle Menschen, die ich liebe, mich verlassen werden  Beweis  Ist das tatsächlich wahr,  oder hat man mich einer  Gehirnwäsche unterzogen?  Wie möchte ich mich  verändern?  Wenn ich mich nicht an  Richard klammere, wird er  mich verlassen  Das ist nicht wahr. Die  Wahrheit ist: Wenn ich mich  an Richard klammere, fühlt  er sich von mir abgestoßen.  Er wird dann wütend auf  mich und möchte sich von  mir distanzieren. Ich denke  so, weil ich als Kind meinen  Vater nicht dazu bringen  konnte, bei mir zu bleiben,  so sehr ich mich auch  bemühte, dies zu erreichen.   Ich möchte auwören, mich  an Richard zu klammern  und ihm mehr Raum  geben. Ich möchte lernen,  mich zu entspannen, wenn  ich allein bin, statt über die  Möglichkeit grübeln, dass  er mich verlassen könnte.  © 2007 www.drkupper.de  „Bitte, verlaß‘ mich nicht!“  (Verlassenheit)  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young   Beweise dafür, dass nicht alle Menschen mich verlassen  1.  Meine Schwester stand mir in meinem ganzen Leben immer sehr  nahe.  2.  Ich habe mehrere männliche Freunde gehabt, die sich eine  Beziehung mit mir wünschten, aber ich war so besessen von Robert,  dass ich keinem von Ihnen eine Chance gegeben habe.  3.  Mein Therapeut ist für mich da.  4.  Ich habe eine Tante, die sich immer für mich interessiert hat und  immer wieder versuchte, mir zu helfen.  5.  Ich habe Freunde, zu denen ich seit vielen Jahren Kontakt habe.  6.  Ich bin mit Richard letztendlich seit elf Jahren zusammen, auch  wenn es in dieser Zeit viel Auf und Ab gegeben hat.   © 2007 www.drkupper.de  „Bitte, verlaß‘ mich nicht!“  (Verlassenheit)  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young   Gefahrensignale, die potentielle Partner betreffen  1.  Ihr Partner ist zu einer langfristigen Verpflichtung wahrscheinlich nicht  bereit, weil er (bzw. sie) verheiratet ist oder gleichzeitig eine Beziehung  zu einem andern Partner unterhält  2.  Ihr Partner ist nur sporadisch in der Lage, mit Ihnen zusammen zu sein  (beispielsweise weil er viel reist, weit entfernt wohnt, ein Workaholic  ist).  3.  Ihr Partner ist emotional labil (beispielsweise weil er trinkt, Drogen  konsumiert, depressiv ist, keiner regelmäßigen Arbeit nachgehen kann)  und nicht fähig, emotional so für Sie da zu sein, dass Sie sich darauf  verlassen können.  4.  Ihr Partner ist ein Peter Pan, der darauf besteht, dass der die Freiheit  haben muss, zu kommen und zu gehen, wann er will. Oder er will nicht  sesshaft werden oder beansprucht für sich die Freiheit, viele  Liebespartner gleichzeitig zu haben.  5.  Ihr Partner ist Ihnen gegenüber ambivalent – er (oder sie) will Sie zwar,  hält sich jedoch emotional zurück  © 2007 www.drkupper.de  „Bitte, verlaß‘ mich nicht!“  (Verlassenheit)  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young   Die Lebensfalle in einer Beziehung  1.  Sie meiden enge Beziehungen sogar mit geeigneten Partnern, weil Sie fürchten,  die Betreffenden zu verlieren oder Ihnen zu nahe zu kommen und sich dadurch  verletzlich zu machen.   2.  Sie sorgen sich in übertriebenem Maße, dass ihr Partner sterben könnte oder  dass Sie ihn auf andere Weise verlieren könnten, und Sie grübeln darüber, was Sie  dann tun würden.  3.  Sie reagieren übertrieben heftig auf unwichtige Äußerungen oder Handlungen  Ihres Partners und deuten sie als Zeichen, dass er Sie verlassen will  4.  Sie sind sehr eifersüchtig und besitzergreifend.  5.  Sie klammern sich an Ihren Partner. Sie sind permanent besessen davon, ihn  halten zu wollen.  6.  Sie können Trennungen von Ihrem Partner nicht ertragen, nicht einmal, wenn es  sich um ein paar Tage handelt.  7.  Sie sind nie völlig davon überzeugt, dass ihr Partner bei Ihnen bleiben wird.  8.  Sie werden wütend und werfen Ihrem Partner vor, er sei Ihnen untreu.  9.  Manchmal distanzieren Sie sich von Ihrem Partner, verlassen ihn oder ziehen sich  von ihm zurück, weil Sie sich von ihm allein gelassen fühlen.  © 2007 www.drkupper.de  „Bitte, verlaß‘ mich nicht!“  (Verlassenheit)  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young   Merkkarte    Im Moment bin ich völlig fertig, weil Richard sich von mir zurückzieht, und ich  bin kurz davor, wütend zu werden und ein Gefühl unstillbarer Bedürftigkeit zu  bekommen. Ich weiß aber, dass dies mit meiner Lebensfalle „Verlassenheit“  zusammenhängt, die beim geringsten Anzeichen des Rückzugs eines anderen  Menschen von mir aktiviert wird. Ich muss mir vor Augen führen, dass sich auch  Menschen, die in einer guten Beziehung zusammenleben, gelegentlich voneinander  zurückziehen und dass der Rückzug ein Teil des natürlichen Rhythmus einer guten  Beziehung ist.    Wenn ich wütend werde und mich anzuklammern beginne, stoße ich Richard  noch stärker von mir. Er hat das recht, sich zeitweise zurückzuziehen.    Ich sollte statt dessen über die Situation nachdenken und mir einen  umfassenden Eindruck von der Beziehung insgesamt verschaffen. Meine Gefühle  stehen in keinem angemessenen Verhältnis zur Realität. Ich kann sie tolerieren und mir  vergegenwärtigen, dass ich, wenn ich das umfassende Bild betrachte, noch mit Richard  verbunden bin und dass meine Beziehung zu ihm gut ist.    Um mir selbst am besten zu helfen, sollte ich meine Aufmerksamkeit auf mein  eigenes Leben richten sowie drauf, wie ich mich weiterentwickeln kann. Je besser ich  selbständig leben kann, um so besser kann ich auch in Beziehungen leben.   © 2007 www.drkupper.de  „Bitte, verlaß‘ mich nicht!“  (Verlassenheit)  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young   Veränderung  Wie ich meine Lebensfalle  Verlassenheit Tag für Tag  verstärke  Wie ich mich verändern kann  1. Ich klammere mich an  Richard und versuche, ihn zu  kontrollieren  Ich könnte Richard mehr Freiraum geben, ohne ihm  eine Million Fragen darüber zu stellen, wo er war  oder hingeht und was er dort getan hat oder tun  wird. Ich könnte ihn erzählen lassen, wenn er über  irgend etwas in unserer Beziehung unglücklich oder  verärgert ist, statt ständig auszurasten oder mit ihm  zu streiten. Ich bräuchte ihn nicht alle fünf Minuten  zu fragen, ob er mich liebt und ob er bei mir bleiben  will. Ich bräuchte nicht ständig wütend zu werden,  wenn er ein wenig Raum, haben will. Ich bräuchte  mich nicht bedroht zu fühlen, wenn in seinem  Leben etwas Gutes passiert.  © 2007 www.drkupper.de  „Bitte, verlaß‘ mich nicht!“  (Verlassenheit)  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young   Veränderung  Wie ich meine Lebensfalle  Verlassenheit Tag für Tag  verstärke  Wie ich mich verändern kann  2. Ich werde sehr ärgerlich,  wenn einer meiner Freunde auf  einen Anruf von mir nicht  sofort reagiert.  Ich kann meinen Freunden mehr Raum geben, ohne  mich gleich so bedroht zu fühlen, wenn sie sich um  ihre eigenen Angelegenheiten kümmern müssen.  3. Ich bin von Richards Leben  besessen und vergesse darüber  mein eigenes.  Ich kann meine Aufmerksamkeit von seinem Leben  abwenden und auf mein eigenes richten, und ich  kann die Dinge tun, die für mich wichtig sind. Ich  kann Freunde treffen, malen, lesen und Briefe  schreiben. Ich kann etwas tun, das mir Spaß macht.  Ich kann mir etwas gönnen.  © 2007 www.drkupper.de  „Bitte, verlaß‘ mich nicht!“  (Verlassenheit)  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young   Behandlungsstrategien    Je stärker das Schema ausgeprägt ist, desto wichtiger ist die  therapeutische Beziehung; sie ist der wichtigste Heilungsfaktor    Der Therapeut wird übergangsweise zur Elternfigur, stabile Basis;  diese Erfahrung kann dann generalisiert werden auf andere  Beziehungen    Begrenzte nachträgliche elterliche Fürsorge, Akzeptanz des  Therapeuten als stabiles Objekt     Arbeit mit Schemamodi    Empathische Konfrontation zur Korrektur des irrigen Gefühls, dass  der Patient in nächster Zukunft verlassen werde    Therapeut hilft, einen Menschen zu finden, der die Funktion einer  primären Bezugsperson zu erfüllen vermag, jemand, der so stabil  ist, dass er nicht einfach fortgeht, wenn ihm die Situation zu  schwierig wird, weil die therapeutische Beziehung endlich ist  © 2007 www.drkupper.de  „Bitte, verlaß‘ mich nicht!“  (Verlassenheit)  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young   Behandlungsstrategien    Kognitive Strategien:    Übertriebene Sichtweise des Patienten verändern, dass andere Menschen ihn  irgendwann verlassen, dass sie sterben oder sich unberechenbar verhalten werden    Zeitweilige Trennungen von wichtigen Bezugspersonen nicht mehr als  Katastrophen empfinden    Unrealistische Erwartung verändern, dass wichtige Bezugspersonen ständig  verfügbar und in jeder Hinsicht ständig verlässlich sein sollten    Akzeptieren, dass andere Menschen das Recht haben, Grenzen zu setzen und für  sich einen abgetrennten Raum zu schaffen     die zwanghafte Konzentration auf die ständige Anwesenheit des Partners  verringern    Veränderung bezüglich anderer Schemata: er müsse tun, was andere Menschen  von ihm erwarten, wenn er nicht riskieren wolle, verlassen zu werden; er kommt  nicht allein zurecht und braucht andere Menschen, die sich um sein Wohl kümmern;  er sei minderwertig und andere Menschen finden das mit Sicherheit irgendwann  heraus und verlassen ihn dann  © 2007 www.drkupper.de  „Bitte, verlaß‘ mich nicht!“  (Verlassenheit)  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young   Behandlungsstrategien    Erlebnisbasierte Strategien:    Situationen aus der Kindheit, in denen er verlassen wurde oder die von Instabilität  geprägt waren, erneut in der Vorstellung durchleben    Elternteil, der ihn verlassen hat oder auf dessen Anwesenheit er nicht bauen  konnte, weil dieser manchmal da war und in anderen Fällen nicht    Therapeut versetzt sich in das Vorstellungsbild des Patienten und wird für ihn in  seiner Zeit als Kind zu einer stabilen Bezugsperson    Er bringt seine Wut auf den Elternteil, der sich unverantwortlich verhalten hat zum  Ausdruck  und tröstet (den Schemamodus) das verlassene Kind    Später versetzt sich der Patient in die Rolle des gesunden Erwachsenen und  übernimmt die Rolle des Trösters    Dieser bringt die Wut des Patienten auf den Elternteil, der ihn im Stich gelassen hat,  zum Ausdruck und tröstet das verlassene Kind    So lernt der Patient allmählich, in seinem Vorstellungsbild selbst die Rolle des  gesunden Erwachsenen zu übernehmen   © 2007 www.drkupper.de  „Bitte, verlaß‘ mich nicht!“  (Verlassenheit)  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young   Behandlungsstrategien    Verhaltensbezogene Strategien:    Lernen, Partner zu wählen, die in der Lage sind, eine verbindliche  Beziehung einzugehen    Die Tendenz überwinden, Partner durch Verhaltensweisen wie starke  Eifersucht, klettenhafte Anhänglichkeit, übermäßige Wut oder ein zu  starkes Bemühen um Kontrolle über sie von sich zu treiben    Aushalten lernen, dass er manchmal allein ist    Entgegen der schemabedingten Attraktion lernen, sich von instabilen  Beziehungen schnell zu distanzieren und sich in stabilen Beziehungen  wohl zu fühlen     Verbundene Schemata beeinflussen: er lässt es nicht mehr zu, dass  andere Menschen ihn beherrschen, er vermag mit alltäglichen  Problemen besser fertig zu werden.  © 2007 www.drkupper.de  „Bitte, verlaß‘ mich nicht!“  (Verlassenheit)  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young   Besondere Behandlungsprobleme    Wenn der Therapeut eine Trennung herbeiführt, z.B. Sitzung  beendet, in den Urlaub geht, Sitzungstermin verlegt:    Schema wird aktiviert und der Patient ängstigt sich oder wird ärgerlich    Empathische Konfrontation: der Therapeut steht tatsächlich auch in der Zeit  der Trennung in Beziehung zum Patienten, außerdem wird er zurückkehren  und den Patienten wiedersehen    Patient ist in der Therapie übertrieben kooperativ und verständig,  damit der Therapeut ihn nie verlassen wird    Solche „guten Patienten“ sind nicht authentisch    Kann auf den Nerv gehen, indem er unablässig Bestätigung sucht, oder den  Therapeuten zwischen den Sitzungen  anruft    Patient verhindert zu enge Bindung an Therapeuten:    Versäumen Sitzungstermine    Lassen sich generell nicht auf feste Termine ein    Brechen die Therapie vorzeitig ab  © 2007 www.drkupper.de  „Bitte, verlaß‘ mich nicht!“  (Verlassenheit)  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young   Besondere Behandlungsprobleme    Therapeut wird getestet    Androhung, die Therapie abzubrechen    Vorwurf, der Therapeut wolle die Therapie abbrechen    Versuch, Therapeuten dauerhaft zur wichtigsten Bezugsperson zu  machen    Lassen nie das Bedürfnis erkennen, die Therapie abzuschließen, sondern  überlassen es weiter dem Therapeuten, für sie als verlässliche  Bezugsperson zu fungieren    Das Schema wird durch den Auyau einer Abhängigkeit vom  Therapeuten aufgelöst  © 2007 www.drkupper.de  Schemamodi  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young     Kind‐Modi    Verletzbares Kind    Verärgertes Kind    impulsives(/undiszipliniertes Kind    Glückliches Kind    Maladaptive Bewältigungsmodi    Bereitwillig Sich‐Fügender    Distanzierter Beschützer    Überkompensierender    Dysfunktionale Elternmodi    Strafender/kritischer Elternteil    Fordernder Elternteil    Modus gesunder Erwachsener    Nährt, bestätigt und schützt den Modus verletzbares Kind    Er setzt den Modi verärgertes Kind und impulsiv/undiszlipiniertes Kind Grenzen    Er bekämpft oder wirkt mäßigend auf die maladaptiven Bewältigungsmodi und  dysfunktionalen Eltern‐Modi ein   © 2007 www.drkupper.de  Schemamodi: Interventionsschritte  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young  1.  Identifizieren und Benennen der Schemamodi des Patienten  2.  Erforschen des Ursprungs und des adaptiven Wertes des Modus  (falls dieser relevant ist) in der Kindheit oder Adoleszenz  3.  Die maladaptiven Schemamodi mit den aktuellen Problemen und  Symptomen in Verbindung bringen  4.  Demonstrieren, welche Vorteile es für den Patienten hat, einen  Modus zu verändern oder völlig aufzugeben, der den Zugang zu  einem anderen Modus behindert  5.  Mittels Imaginationsarbeit mit dem verletzbaren Kind in Kontakt  treten  6.  Dialoge zwischen den verschiedenen Modi initiieren; anfangs  übernimmt der Therapeut den Part des Modus „gesunder  Erwachsener“, später spielt der Patient ihn selbst  7.  Den Patienten helfen, die Arbeit an den Schemamodi auf  Situationen in seinem Alltagsleben zu übertragen  © 2007 www.drkupper.de  Beispiel: 1. Identifizieren und Benennen  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young  Therapeut: Sie haben erwähnt, dass Ihre beiden Eltern Sie alles haben tun lassen, was Sie wollten. Aber Sie haben auch  gesagt, Ihnen sei klar geworden, dass das nicht gut war.  Patientin: Ich würde das nicht so machen, wenn ich ein Kind hätte. Ich würde es nicht tun, weil ich gesehen habe, was für  ein Schrecken es anrichtet.  Therapeut: Aber obwohl Sie intellektuell den Schaden sehen, haben Sie emotional immer noch das Gefühl, Sie sollten  nichts tun müssen, was Sie nicht wollen.  Patientin: Ja, weil ich wütend werde. Wenn ich nicht bekomme, was ich will, bekomme ich so eine Art Anfall.  Therapeut: Aha, so wie wenn ein Kind Wutanfälle bekommt.  Patientin: Ich werfe dann mit Dingen um mich.  Therapeut: Wie wäre so eine Situation?  Patientin: Wenn ich meinen Willen nicht bekomme, beispielsweise gegenüber meinen Eltern, gehe ich einfach nicht mit  ihnen, sondern gehe meiner eigenen Wege.  Therapeut: Ist das so, als würden Sie Ihre Eltern bestrafen?  Patientin: (von der Idee begeistert) Ja, genau das ist es! Ich bestrafe sie. Ganz genau.  Therapeut: Ich verstehe. Sie bestrafen sie, weil sie Ihnen nicht geben, was Sie wollen?  Patientin: Ja, genau. Ich tue damit nur mir selber etwas an. Ich leide darunter, niemand sonst. Aber ich tue es trotzdem. …  Therapeut: Es gibt also einen Teil – bitte verstehen Sie das nicht als Verurteilung – aber, es klingt ganz so, als gäbe es in  Ihnen einen verzogenen Teil.  Patientin: (lacht)  Therapeut: Haben Sie das Gefühl, dass da etwas dran ist? Ein Teil von Ihnen hat das Gefühl, er sollte tun können was er  will?  Patientin: (lacht) Wollen Sie damit sagen, dass ich ein verzogenes Gör bin?  Therapeut: Nein, das habe ich nicht gesagt. Ich meine, dass ein Teil von Ihnen verzogen worden ist von ihren…  Patientin: (unterbricht) Ja, wirklich, ich war schon ziemlich verzogen.  Therapeut: Ich habe auch nicht gesagt, dass Sie nur aus diesem Teil bestehen. Aber es ist ein Teil von Ihnen.  Patientin: Ja, ganz bestimmt.  © 2007 www.drkupper.de  Beispiel: 2. Ursprung und adaptiven Wert erforschen  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young  Therapeut: Sind Ihre Mutter und Ihr Vater auch hart?  Patientin: Nein, mein Vater ist – ich weiß eigentlich gar nicht, was und wie er ist; wir haben nicht viel miteinander zu tun.  Aber meine Mutter ist nett; sie hat es überhaupt nicht drauf, hart zu sein.  Therapeut: Was meinen Sie, wann Sie dieses harte Äußere entwickelt haben?  Patientin: Ich weiß es nicht. Solange ich mich zurückerinnern kann, bin ich schon so.   Therapeut: Schon in der Wiege? (Lacht) Waren Sie schon als Baby ein harter Brocken?  Patientin: Ja, da war ich auch schon so. (Lächelt) Ich weiß nicht, ich bin mir nicht sicher, aber wahrscheinlich wollte ich  immer meine Mutter beschützen; deshalb musste ich diesen Eindruck erwecken. Ich möchte nicht, dass irgend  jemand sie schlecht behandelt. Wahrscheinlich bin ich deshalb so.  Therapeut: Ich verstehe. Hat ihr Vater sie schlecht behandelt? Hat er sie misshandelt?  Patientin: Nein, ich meine, sie haben ziemlich früh geheiratet. Deshalb, ich weiß nicht., sie sind einfach verschieden.  Therapeut: Wovor schützen Sie sie dann?  Patientin : Ich weiß es nicht. Vor allen, vermute ich. Sie ist einfach so nett, und ich will nicht, dass irgend jemand… Sie ist  etwas naiv. Sie würde etwas aus reiner Freundlichkeit tun, und andere übervorteilen sie dann schnell, und das  möchte ich nicht, deshalb…  Therapeut: Ich verstehe. Sie schützen sich also vor anderen Menschen, die sie übervorteilen?  Patientin: Genau.  Therapeut: Was glauben Sie, wie Sie in diese Beschützerrolle hineingeraten sind?  Patientin: Das weiß ich nicht.  Therapeut: Vielleicht hängt es damit zusammen, dass Sie und Ihre Mutter einander immer so nahe waren. Sie sind ihr  nahe gekommen, und vielleicht war das doch nicht ganz so wie bei Freundinnen. Vielleicht hat sie sich an Sie  gewendet, als ob Sie die Mutter wären. Ist das möglich?  Patientin: Ja, schon. Wissen Sie, ich habe schon mit Rachel darüber gesprochen – als ob ich praktisch ihre Mutter wäre.  © 2007 www.drkupper.de  Beispiel: 3. mit aktuellen Problemen in Verbindung bringen  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young  Patientin: Wissen Sie, ich habe einfach keine Geduld. Es gefällt mir nicht, Dinge tun zu müssen, die ich eigentlich gar nicht tun will.  Therapeut: Hmm.  Patientin: Zum Beispiel bei der Arbeit und dergleichen. Ich weiß nicht warum, aber ich werde dann ziemlich gereizt.  Therapeut: Wenn Sie beispielsweise einen Auftrag erhalten, der Sie langweilt und Sie nicht interessiert, dann ärgern Sie sich, dass Sie  ihn ausführen müssen?  Patientin: Genau.  Therapeut: Verstehe. Und was sagen Sie in solch einer Situation innerlich zu sich selbst, so dass Ihre Wut aufflammt?   Patientin: Wahrscheinlich sage ich mir einfach: „Ich will hier raus. Ich will gehen.“    (Modus „verzogene Annette“ erforschen, Therapeut übernimmt den Modus „gesunder Erwachsener“)  Therapeut: Okay, ich werde versuchen, die „gesunde Seite“ zu spielen. Und ich möchte, dass Sie so überzeugend, wie Sie nur können,  die Position des Schemas Anspruchshaltung/Grandiosität vertreten, damit ich hören kann, was sie tatsächlich sagen. Ich  werde zuerst wie der Chef sein, der Ihnen sagt, was Sie zu tun haben. Und ich möchte, dass Sie mir sagen, was Sie denken,  während ich diese Dinge sage, okay?  Patientin: Okay.  Therapeut: (als Chef) „Also wissen Sie Annette, Sie müssen diese Dinge erledigen. Das gehört zu Ihren Aufgaben. Wir bezahlen Sie,  und Sie arbeiten nicht hart genug.“    (als Therapeut) Was geht Ihnen jetzt durch den Kopf? Ich möchte, dass Sie laut aussprechen, was Sie denken.  Sagen Sie mir, was Sie denken.  Patientin: Ich habe gerade gedacht: „Warum muss ich eigentlich überhaupt arbeiten? Ich meine, letztlich ist doch alles, was ich tun  muss, ziemlich langweilig“, verstehen Sie?  Therapeut: Okay, jetzt verkörpere ich die andere Stimme, die der „Gesundheit“. Und ich sage: „Schauen Sie, so ist die Welt nun  einmal. Die Welt ist nun einmal  so, dass Sie, wenn Sie etwas bekommen wollen, dafür etwas geben müssen. Das nennen  wir Austausch. Wenn Sie von anderen Menschen etwas bekommen wollen, müssen…  Patientin: Ich würde es nicht verstehen. Ich würde einfach sagen: „Warum? Warum muss es so sein? Warum muss ich immer irgend  etwas tun? Ich kann mir doch von meinen Eltern etwas schenken lassen.  Therapeut: Na ja, vielleicht leben Ihre Eltern ja nicht ewig. Als eine Ihrer Ängste haben Sie genannt, dass Ihr Mutter sterben könnte.  Ich meine, das hätten Sie gesagt.  Patientin: Wahrscheinlich.  … (dann primären Konflikt schlussfolgern und zielführendes Verhalten herausarbeiten)    © 2007 www.drkupper.de  Beispiel: 4. Vorteile einer Veränderung aufzeigen  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young  Therapeut: Schlecht wie…?  Patientin: Na ja, einfach schlecht. Ich fühle mich sowieso schon schlecht genug. Weshalb sollte ich da Lust haben, mir das auch noch  zu Bewusstsein zu bringen?  Therapeut: Weil Sie einen Zustand, in dem es besser geht, nur erreichen können, wenn Sie diese Gefühle kennenlernen und versuchen,  die „kleine Annette“ zu heilen. Mein Eindruck ist, dass die „harte Annette“ nicht zulässt, dass die „kleine Annette“ von  irgend jemandem geliebt wird oder dass irgend jemand ihr nahekommt. Das ist ihre Rolle.  Patientin: (seufzt tief)  Therapeut: Sie hält alle fern. Deshalb fühlt sich die „kleine Annette“ einsam, verloren und nicht umsorgt. Wenn ich der „harten  Annette“ nicht helfen kann, etwas mehr zulassen, bekommt die „kleine Annette“ von anderen Menschen niemals die  Liebe, die sie braucht, und sie fühlt sich dann weiter einsam. Ihr kann nur geholfen werden, wenn es gelingt, die harte  Annette“ dazu zu bringen, ein wenig zur Seite zu treten, damit wir die „kleine Annette“ finden und ihr geben können, was  sie braucht. Aber weil die „harte Annette“ die „kleine Annette“ nicht anschauen möchte, halte ich es für wichtig, dass Sie  sich von der „harten Annette“ zumindest so sehr lösen, dass Sie die Übung ausführen können. Meiner Meinung nach will  die „harte Annette“ die Übung deshalb nicht ausführen, weil sie noch nicht möchte, dass ich die „kleine Annette“ sehe.  Patientin: Was ist denn, wenn es gar keine „kleine Annette“ gibt?  Therapeut: Dann wären Sie nicht deprimiert, sondern so wie der Rest Ihrer Familie. Alles wäre in bester Ordnung. Es muss eine „kleine  Annette“ geben, denn sonst würden Sie sich nicht einsam und deprimiert fühlen, und Sie wären nicht in Therapie. Die  „kleine Annette“ ist der Teil von Ihnen, der traurig ist. Die „harte Annette“ ist nicht traurig, und die „verzogene Annette“  auch nicht. Die einzige, die sich dann noch traurig fühlen kann, ist die „kleine Annette.“  Patientin: (seufzt tief)  Therapeut: Aber Sie wollen sie nicht anschauen, obwohl sie den ganzen Schmerz zu tragen hat. Sie trägt den ganzen Schmerz, den Sie  spüren.  Patientin: Es stimmt nicht, dass ich sie nicht anschauen will.; ich kenne sie gar nicht. Ich weiß nicht, wo sie ist.  Therapeut: Indem Sie sich weigern, mitbildlichen Vorstellungen zu arbeiten, weigern Sie sich, sie anzuschauen. Und ich empfehle  Ihnen, lassen Sie ihr ein wenig Raum. Schau‘n wir uns doch einmal an, wie sie ist. Kämpfen Sie nicht so verbissen gegen  sie. Es wird schon nichts besonders Schreckliches passieren, wenn Sie sie anschauen und sehen, wie sie ist. Ich glaube, es  wird gar nicht so schlimm, wie Sie glauben, sie anzuschauen und herauszufinden, wie sie sich fühlt. Wir könnten es einfach  versuchen.  Patientin: Ich denke auch.    © 2007 www.drkupper.de  Beispiel: 5. Durch Imaginationsarbeit mit dem verletzten Kind in Kontakt treten   Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young  Therapeut: Ich werde Sie jetzt auffordern, die Augen zu schließen und fünf Minuten geschlossen zu halten.  Patientin: (schliesst die Augen)  Therapeut: Okay. Wenn Sie sie nach fünf Minuten wieder öffnen wollen, ist das völlig in Ordnung. Aber versuchen Sie, sich mindestens  fünf Minuten lang dazu zu zwingen, zu ihr in Kontakt zu treten. Stellen Sie sich mit geschlossenen Augen ein Bild der  „kleinen Annette“ vor, das Bild aus ihrer Erinnerung, auf dem Sie am jüngsten sind. Das sind Sie als Kind. Und sagen Sie  mir dann, was Sie sehen, okay?  …  Therapeut: Was sehen Sie ?  Patientin: Ich sehe ein Mädchen, das vielleicht fünf Jahre als ist.  Therapeut: Wo ist die „kleine Annette“ im Moment? Können Sie das feststellen?  Patientin: Zu Hause  …   Patientin: Ihre Mutter ist aufgewühlt. Das ist sie immer.  Therapeut: Aufgewühlt, weil sie traurig ist oder weil sie verärgert ist?  Patientin: Sie wirkt verängstigt.  Therapeut: Und wie fühlt sich die „kleine Annette“, wenn sie ihre Mutter so verängstigt und aufgebracht sieht?  Patientin: Sie hat auch Angst.  Therapeut: Dann haben sie zusammen Angst?  Patientin: Hmm.  Therapeut: Sie hätten beide gerne jemanden, der sie beschützt?  Patientin: Ja.  …  Therapeut: Möchte sie etwas tun, um der Mutter zu helfen, oder sehnt sie sich selbst nach Hilfe?  Patientin: Nein, sie hat das Gefühl, dass sie ihrer Mutter helfen will.  Therapeut: Aber um das zu können, muss sie stark sein, sie kann nicht zeigen, dass sie Angst hat. Ist das so?  Patientin: Ja.  Therapeut: Sie muss also ihrer Mutter gegenüber so tun, als ob sie alles im Griff hätte, damit die Mutter nicht merkt, dass sie Angst  hat.  Patientin: Ja. Sie möchte nicht, dass die Mutter sich aufregt. Sie möchte nicht, dass ihre Mutter noch unruhiger wird.  © 2007 www.drkupper.de  Beispiel: 6. Dialoge zwischen den Modi  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young  Therapeut: Ich werde zuerst die „kleine Annette“ sein und dann die „gesunde Annette“. (Als „kleine Annette“) „Aber schau doch nur,  ich bin ein kleines Kind, und ich habe auch Angst. Du bist erwachsen, und jedes Kind braucht es, umarmt  und geküsst zu  werden und das ihm jemand zuhört und es respektiert. Das sind Bedürfnisse, die jedes Kind hat.“ (Als „gesunder  Erwachsener) „Wir sind so geboren, und der einzige Grund weshalb Du das Gefühl hast, es nicht zu verdienen, ist, dass Du  es nicht bekommen hast. Aber wir alle brauchen es. Und Du bist hart geworden, weil Du keinerlei Möglichkeit gesehen  hast, es zu bekommen. Deshalb hast Du Dir gesagt: ‚Dann kann ich auch hart sein und so tun, als ob ich es nicht brauchen  würde.‘ Aber tatsächlich weißt Du, dass Du es ebensosehr brauchst wie ich. Du hast nur Angst, das zuzugeben, weil Du  glaubst, es gebe für Dich keine Möglichkeit, es jemals zu bekommen.“  Patientin: (als „harte Annette“) „Es ist ein Defekt.“  Therapeut: Was ist ein Defekt?  Patientin: (als „harte Annette“) „Ach wissen Sie, soviel zu brauchen.“  Therapeut: Nein, das gehört zur menschlichen Natur. Jeder Mensch ist so. Haben Sie schon einmal ein kleines Kind gesehen, das nicht  wollte, dass man ihm hilft, oder das es nicht brauchte, gehalten zu werden? Meinen Sie, dass jedes Kind, das gehalten  werden möchte, einen Defekt hat? Hat jedes Kind einen Defekt, weil es gehalten werden möchte?  Patientin: Nein, vermutlich nicht. (T. hilft im folgenden, dass die P. Rechte gegenüber der Mutter durchsetzt, um das Schema  emotionale Entbehrung zu bekämpfen)  Therapeut: Können Sie jetzt die „kleine Annette“ sein und Ihrer Mutter sagen, was Sie von ihr brauchen? Können Sie das laut  aussprechen?  Patientin: Was die „kleine Annette“ braucht?  Therapeut: Ja. „Ich brauche…“  Patientin: Ich weiß nicht. Ich nehme an, ich brauche es in den Arm genommen zu werden. Ich habe so große Angst.  Therapeut: Wie fühlt es sich an, dies zu sagen?  Patientin: Ich weiß nicht. Es fühlt sich nicht gut an.  Therapeut: Wie fühlt es sich an?  Patientin: Es macht mir einfach nur angst.  Therapeut: Wie reagiert Ihre Mutter, wenn Sie sagen, dass Sie es brauchen, von Ihr umarmt zu werden? …  Patientin: Sie denkt wahrscheinlich: „Warum braucht sie eine Umarmung? Ich bin doch diejenige, die den ganzen Ärger hat. Weshalb  braucht sie es, in den Arm genommen zu werden? …  Therapeut: Sind sie wütend auf Ihre Mutter, weil sie das gesagt hat? …       © 2007 www.drkupper.de  Beispiel: 7. Gelerntes in den Alltag übertragen  Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young  Therapeut: Glauben Sie, das der Kleinkindanteil von Ihnen sich stark von meinem Kleinkindanteil oder von dem von Rachel unterscheidet?  Patientin: Vielleicht. Vielleicht haben Sie ja genügend Zuwendung bekommen, und die Situation ist deshalb anders.  Therapeut: Ich habe als Kind auch nicht viel emotionale Zuwendung genossen. Deshalb weiß ich, wie wichtig es ist, sie zu bekommen, und ich weiß,  was es bedeutet, sie nicht bekommen zu haben.  Patientin: (spricht anklagend) Das sagen Sie nur, um mich dazu zu bringen, zu meinem verletzbaren Kind in Beziehung zu treten.  Therapeut: Sie glauben mir nicht. Ich sage nichts einfach nur, um Sie zu manipulieren. Ganz bestimmt nicht. Ich habe Ihnen das gesagt, weil es wahr  ist. Ich habe als Kind auch nicht viel emotionale Zuwendung bekommen, und ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man sie nicht  bekommnen hat. Und ich kann Ihnen versichern, dass jeder Mensch sie braucht. Von mir wurde erwartet, dass ich gut in der Schule war  und mich anderen Menschen gegenüber perfekt verhielt. Ich sollte mich in Gesellschaft angemessen verhalten und alles richtig machen  – das sei alles, was ich bräuchte, um glücklich zu sein.  (Dies sei der wichtigste Teil der Sitzung für P. gewesen; die Selbstöffnung des Therapeuten als wirksame Form des Reparenting)  Therapeut: Sie empfinden es also als unangenehm, wenn jemand Sie umarmt. Das fühlt sich für sie so an, als ob es nicht richtig wäre. Sie müssen  dieses Gefühl völlig überwinden.  Patientin: Wie denn? Wie kann man es überwinden?  Therapeut: Indem Sie zulassen, dass jemand Sie umarmt, und indem Sie versuchen, in der Situation präsent zu bleiben und sich zu sagen: „Das fühlt  sich zwar nicht angenehm an, aber es ist das, was ich brauche. Es ist das Richtige.“  Patientin: Auch wenn man dabei völlig verrückt wird?  Therapeut: Das wird anfangs sicher so sein, weil Sie es noch nie erlebt haben. Zumindest nicht, soweit Sie sich zurückerinnern können.  Patientin: Ich habe regelrechte Alpträume darüber, dass andere Menschen mich umarmen.  Therapeut: Daran habe ich keine Zweifel. Und ich sage Ihnen, Sie können darüber hinwegkommen, wenn Sie zulassen, dass einige Menschen es tun,  und wenn Sie dabei in der Situation präsent bleiben und zu sich selbst sagen: „Das empfinde ich zwar als fremdartig, aber ich brauche  es. Wenn es mir gelingt, es lange genug zuzulassen, werde ich darüber hinwegkommen. Wenn ich die Zuneigung an mich heranlasse,  werde ich mich besser fühlen.“ Sie kämpfen gegen den Teil von Ihnen, der sich dabei unwohl fühlt. … (Zusammenfassung der  Implikationen aus der Arbeit an den Schemamodi:)  Therapeut: Sie müssen die „kleine Annette“ anerkennen und daran glauben, dass ihre Bedürfnisse nicht schlecht, sondern gut sind und dass sie  normal sind. Und Sie müssen ihr helfen, dafür zu sorgen, dass diese Bedürfnisse erfüllt werden, statt dass sie so tun, als würde sie nichts  brauchen. Denn wenn Sie ständig vorgeben, dass die „kleine Annette“ keine Bedürfnisse hat, fühlen Sie sich ständig deprimiert, einsam  und isoliert. Das bedeutet, dass Sie lernen müssen unangenehme Gefühle zu erdulden, so wie es für Sie ja auch unangenehm war, diese  Imaginationsübung auszuführen. Doch falls Sie das Unbehagen nicht ertragen, das bei Ihnen entsteht, wenn Sie sich anderen Menschen  nahe fühlen, werden Sie nicht darüber hinwegkommen, und ich sage Ihnen, dass das in jedem Fall eine Phase ist, die Sie durchstehen  müssen. Das „Sich‐Unwohl‐Fühlen“ ist eine Phase, über die Sie hinwegkommen werden. Irgendwann werden Sie es als angenehm  empfinden, jemanden zu haben, der Sie umarmt, Sie berührt und Ihnen zuhört.  © 2007 www.drkupper.de  Vergleich   Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young  7. Vergleich  Fürstenau  Heigl‐Evers  Young  Beziehung  Übertragung,  Verantwortung stark an  den Patienten  Übertragung,  Elterliche Fürsorge  Beobachtung und  begrenzte elterliche  Fürsorge  Bewältigungsstile  Wiederholungszwang  Teil‐ Objektbeziehungen  Schemaerhaltung  Disposition vs.  Zustände  Haltung, auf die  regrediert  Haltung, auf die  regrediert  Schemamodus  Bedürfnisse und  Entwicklungsprozesse  Kindheitseinflüsse,  aktuelle Entwicklungs‐ aufgabe  Kindheitseinflüsse,  Beziehungsangebot  Kindheitseinflüsse und  motivationale  Bedürfnisse  Indikation  Achse 1 und Achse 2  Störungen  Achse 1 und Achse 2  Störungen  Achse 1 und Achse 2  Störungen  Fokus  „top down“  „top down“  „bottom up“  Therapeutenverhalten  Frei zwischen  Vergangenheit und  Gegenwart  Frei zwischen  Vergangenheit und  Gegenwart  Frei zwischen  Vergangenheit und  Gegenwart  © 2007 www.drkupper.de  Vergleich   Übersicht  1. Definition  2. Bedeutung  3. Beispiel  4. Fürstenau  5. Heigl‐Evers  6. Young  7. Vergleich  Beck 1990  Psychodynamische  Therapie  Young  Beziehung  Als Medium, „Gefährt“,  um die kognitive  Technik zu transport.  Übertragung,  Elterliche Fürsorge  Beobachtung und  begrenzte elterliche  Fürsorge  Bewältigungsstile  Weniger zentral  Wiederholungszwang,  Schemaerhaltung  Disposition vs.  Zustände  Zustände  Disposition  Schemamodus  Problemursprung  Spezifische  Vorstellungen fehlen  (Lerngeschichte)  Kindheitseinflüsse,  Beziehungsangebot  Kindheitseinflüsse und  motivationale  Bedürfnisse  Indikation  Achse 1  Störungen  Achse 1  Störungen  Achse 1 und Achse 2  Störungen  Fokus  „top down“  „top down“  „bottom up“  Therapeutenverhalten  Symptomorientierung  Vergangenheitsbezug,  aufdeckend  Frei zwischen  Vergangenheit und  Gegenwart