Arzt und Gesundheit: Vom Burnout zu Depression oder Sucht Kurzzeittherapie Workshop Dr. Sirko Kupper Leiter therapeutisches QM und interner Supervisor der Oberberg-Klinik Weserbergland Kurzzeittherapie Übersicht Der Beruf als Berufung Teufelskreis Burnout und seine Entstehung Gründe für den Weg in Depression und Sucht Eigenprävention Therapiebeispiele Übungen Beruf als Berufung Idealbild und hoher Anspruch an sich selbst Bestätigung durch herausragende Leistungen Experte, auch nach Feierabend Teufelskreis Burnout keine realistische Belastungsbewertung Alle Anforderungen sind unabänderlich Sich-Vertrösten auf ”bessere Zeiten” Keine Möglichkeit zur Reduktion von Arbeit oder Reflektion der Arbeitseinstellung Freudenberger: -Allgemeine Erschöpfung -Resignation -Desinteresse oder Zynismus gegenüber Patienten -Schlaf-und Verdauungsstörungen -Vermehrter Alkohol-und Drogenkonsum Gründe für den Weg in Depression und Sucht Hohe Anforderungen in den medizinischen Berufen leichte Verfügbarkeit von Medikamenten Gründe für den Weg in Depression und Sucht Hohe Anforderungen in den medizinischen Berufen leichte Verfügbarkeit von Medikamenten Krankheitsdisponierende Erschöpfung durch Überarbeitung (52.4 Stunden pro Woche) Gründe für den Weg in Depression und Sucht Gründe für den Weg in Depression und Sucht Hohe Anforderungen in den medizinischen Berufen leichte Verfügbarkeit von Medikamenten Krankheitsdisponierende Erschöpfung durch Überarbeitung (52.4 Stunden pro Woche) hoher Verantwortungsdruck und Verantwortung in Extremsituationen, Konfrontation mit Sterben, Leid Gründe für den Weg in Depression und Sucht Gründe für den Weg in Depression und Sucht Hohe Anforderungen in den medizinischen Berufen leichte Verfügbarkeit von Medikamenten Krankheitsdisponierende Erschöpfung durch Überarbeitung (52.4 Stunden pro Woche) hoher Verantwortungsdruck und Verantwortung in Extremsituationen, Konfrontation mit Sterben, Leid ohne angemessene Bewältigungsstrategien bzw. -zeit Gründe für den Weg in Depression und Sucht Gründe für den Weg in Depression und Sucht Gründe für den Weg in Depression und Sucht Hohe Anforderungen in den medizinischen Berufen leichte Verfügbarkeit von Medikamenten Krankheitsdisponierende Erschöpfung durch Überarbeitung (52.4 Stunden pro Woche) hoher Verantwortungsdruck und Verantwortung in Extremsituationen, Konfrontation mit Sterben, Leid ohne angemessene Bewältigungsstrategien bzw. –zeit ungeregelte Arbeitszeit Gründe für den Weg in Depression und Sucht Gründe für den Weg in Depression und Sucht Hohe Anforderungen in den medizinischen Berufen leichte Verfügbarkeit von Medikamenten Krankheitsdisponierende Erschöpfung durch Überarbeitung (52.4 Stunden pro Woche) hoher Verantwortungsdruck und Verantwortung in Extremsituationen, Konfrontation mit Sterben, Leid ohne angemessene Bewältigungsstrategien bzw. –zeit ungeregelte Arbeitszeit lange Aus-und Weiterbildungszeiten Motivation zur Berufswahl -Helfersyndrom; emotionales Relief Eigenprävention: berufliches Glück? Stärken und Interessen bewusst machen Sich selbst vertrauen und seines Tuns bewusst zu sein Körperliche Fitness: körperliche Grundbedürfnisse (Pausen, Mahlzeiten, Sport) Seelische Wellness: Achtsamkeit, eigene Leistungspotenziale und Grenzen Seelische Hygiene: aktive und bewusste Innenschau, auf die “innere Stimme” hören Eigene Kraftquellen erkennen und entfalten Kreatives Miteinander der beruflichen und privaten Interessen Therapiebeispiele Den Inhalt des biographischen Rucksacks kennen und die daraus entstandenen Lebensfallen berücksichtigen Wichtigste Lebensfallen “Bitte, verlass’ mich nicht” (Verlassenheit) “Ich kann Dir nicht vertrauen” (Misstrauen/Missbrauch) “Ich werde nie die Liebe bekommen, die ich brauche” (Emotionale Entbehrung) “Ich passe nicht hinein” (Soziale Isolation) “Ich kann es nicht alleine schaffen” (Abhängigkeit) “Die Katastrophe steht bevor” (Verletzbarkeit) “Ich bin wertlos” (Unzulänglichkeit) “Ich fühle mich wie ein völliger Versager” (Versagen) “Ich mache es immer so, wie Du es Dir wünschst” (Unterwerfung) “Es ist nie wirklich gut genug” (Überhöhte Standards) “Ich kann alles bekommen, was ich will” (Anspruchshaltung) Frau D.: Brief an die Eltern Brief an den Elternteil, der maßgeblich beteiligt war an der Entstehung der Lebensfalle Ausdruck von nicht erfüllten Bedürfnissen und unter Umständen ungerechter oder unfairer Behandlung Aufzeigen, an welchen das Elternteil seine Aufgabe als Eltern nicht erfüllt hat Frau E.: Brief an die Drogen Abschiedsbrief an die Drogen, um den Verabschiedungs•prozess zu unterstützen und den Akzeptanzprozess zu vertiefen In welchen Situationen hat mir das Suchtmittel geholfen? Was werde ich vermissen? Wie sah meine Suchtkarriere aus? Unangenehme/peinliche Erlebnisse unter der Wirkung des Suchtmittels Welche Auswirkung hatte mein Suchtmittelkonsum auf mein Umfeld (Partnerschaft/Familie/Beruf) gehabt? Was werde ich tun, um eine zufriedene, glückliche Abstinenz zu erreichen? Herr G.: Brief an den Alkohol Abschiedsbrief an den Alkohol, in Gedichtform Aus dem Herzen heraus verabschieden über eine musische Gabe,die auch aus dem Herzen kommt Echt und authentisch den Schmerz, die eigenen Fehler und die Chancen zulassen und benennen Exkurs: Kernbedürfnisse Grundsicherheit (Lebensfalle Verlassenheit sowie Misstrauen und Missbrauch) Verbundenheit mit anderen (Lebensfallen Emotionale Entbehrung und soziale Isolation) Autonomie (Lebensfallen Abhängigkeit und Verletzbarkeit) Selbstachtung (Lebensfallen Unzulänglichkeit und Versagen) Selbstausdruck (Lebensfallen Unterwerfung und Überhöhte Standards) Realistische Grenzen (Lebensfalle Anspruchshaltung) Frau S.: Modusdialog Im Rahmen des Modusdialoges in Kontakt und ins innere Gespräch kommen mit den bestehenden Anteilen Zum Beispiel mit dem verletzbaren Kind, das sich einsam, traurig, isoliert und missverstanden fühlt Oder mit dem verärgerten Kind, das sich aufgebracht, wütend, ungeduldig und frustriert fühlt, weil die Kernbedürfnisse des verletzten Kindes nicht erfüllt sind Oder mit dem impulsiven Kind ins Gespräch kommen, das Schwierigkeiten hat kurzfristige Belohnungen aufzuschieben, verwöhnt oder verzogen wirken kann Übung 1 Dialog zwischen dem Anteil der verletzten, traurigen und einsamen Silke sie vermisst ihre Mutter sie fühlt sich allein in der Welt Sicherheit und Geborgenheit sucht sie vergebens hat niemanden von dem sie das Vertrauen abfragen kann sie ist bedürftig, hilflos, hoffnungslos sie fühlt sich schwach, unterlegen, unterdrückt, wertlos erlebt sich als ungliebt, nicht liebenswert, ausgeschlossen ist verloren, orientierungslos und… Übung 1 …der gesunden erwachsenen Silke die versorgt, bestätigt und die verletzte Silke bestärkt Tröstet sie vertritt die angemessenen Erwachsenenfunktionen wie z.B. -Arbeiten, -Kinder versorgen, -Verantwortung tragen Übung 2 Dialog zwischen der kessen, betont quirligen Silke die alles leicht nimmt immer einen flotten Spruch auf den Lippen hat keine leisen Gefühle und Töne zulässt ungeduldig ist, immer Aktion will den Eindruck erzeugen, alles läuft, alles kein Problem …und… Übung 2 …der gesunden erwachsenen Silke, die Die Verharmlosung und Bagatellisierung begrenzt Ihr zeigt, wie wichtig auch die leise Seite ist Ihr zeigt,wie sie verständnisvoll und tröstet umgehen kann Auswertung Wie habe ich mich in der Rolle der verletzten, einsamen Silke gefühlt? Was habe ich mir in dieser Rolle gewünscht? Wie habe ich den gesunden, erwachsenen Part erlebt? Was wurde anders durch das Gespräch mit ihm? Was hat der gesunde Erwachsene gefühlt? Konnte er einen Draht zur verletzten Silke aufbauen? Welche Gefühle hat die Rolle der kessen und quirligen Silke in mir hervorgerufen? Wie habe ich den Modus des gesunden Erwachsenen mir gegenüber erlebt? Was für Gefühle traten in dem Gespräch mit ihm auf? Wie hat sich der gesunde Erwachsene gefühlt? Welche Impulse sind in ihm entstanden? Was hätte er gerne getan? www.oberbergkliniken.de www.drkupper.de